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Einweihung des Straßenkinder- und Ausbildungszentrums in Leona
Endlich war es soweit! Ende Juli konnte das erste Zentrum seiner Art in Leona im Norden Senegals eingeweiht werden.
Das zweistöckige Gebäude wird ab sofort den Straßenkindern eine Anlaufstelle bieten, wo man sich all ihrer Probleme annehmen wird und wo auch Möglichkeit zur Übernachtung besteht. Ein festes Wohnheim würde die Bedürfnisse der Kinder nicht treffen. Sie sind normalerweise entweder in den Koranschulen untergebracht, wo aber wegen des Geldmangels die Versorgung sehr schlecht ist oder sie leben in ihren Familien. Dort eskaliert aber wegen der räumlichen Enge, der finanziellen Not und Problemen mit Alkohol und anderen Drogen die Situation für die Kinder immer wieder und sie ergreifen die Flucht auf die Straße. Die Alphabetisierungskurse für die Koranschüler haben bereits begonnen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn die Kinder, die meistens von ihren völlig mittellosen Eltern in die Obhut der Koranlehrer gegeben werden, sind vom regulären Schulsystem ausgeschlossen und haben so später überhaupt keine Chance eine Arbeitsmöglichkeit zu finden.
Aber das ist längst nicht alles: es stehen ein Kindergarten, zwei Seminarräume für die Ausbildungsmaßnahmen für junge Frauen und ein großer Versammlungsraum für die zahlreichen Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung zur Verfügung. Die Frauen sind - selbst noch sehr jung - zum Teil schon Mütter und haben es wirklich schwer. Der Kindergarten bietet die Möglichkeit einer Arbeit oder Ausbildung nachzugehen und zu wissen, dass die Kinder versorgt sind. Die Familien der Mädchen können das in der Regel nicht zusätzlich leisten.
Für zukünftige Praktikanten oder Besucher des Projekts steht eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung.
Eigentlich ist es ein multifunktionales Gebäude, das nach den Bedürfnissen der Bewohner dieses Armenviertels von St. Louis gebaut wurde.
Die Einwohner von Leona haben sich dann auch zahlreich zur Einweihung eingefunden als im Beisein des Bürgermeisters von St. Louis mit einigem Tamtam - ganz buchstäblich - ein buntes Programm stattfand. Griots, die westafrikanischen singenden Geschichtenerzähler, besangen alle, die zu der erfolgreichen Umsetzung der Baupläne beigetragen hatten. Der Sprechgesang wird von den kleinen "talking drums", den Tamas, begleitet und ist ziemlich ohrenbetäubend.
Eine Tanzgruppe von Mädchen aus dem Viertel bot ihr Können auf der kleinen Bühne dar und ebenso die Absolventinnen der ersten beiden Kurse, die wegen des großen Interesses bereits in angemieteten Räumen abgehalten wurden, solange das Zentrum nicht fertig war. An den aufwändigen Frisuren und Kleidern konnten die Zuschauer den ganzen Erfolg der Ausbildung im Friseur- und Schneiderhandwerk ablesen. Und die vor Stolz strahlenden jungen Frauen waren definitiv der Lohn für alle Arbeit, die in solchen Hilfsprojekten steckt.
Natürlich geht die Arbeit jetzt erst richtig los und es gibt noch so viel zu tun, aber erst einmal ist wieder eine wichtige Etappe geschafft.
Wären alle, die durch ihre Spenden geholfen haben, das Zentrum zu bauen, vor Ort gewesen, hätten die Griots ordentlich zu tun gehabt, so aber kann nur ich Ihnen allen danken!
Rita Diop
