Patenschaftskreis Indien
Indore, Khandwa – Indien

Wie es begann
Im Jahre 1938 kam Pater Josef Hübner als Missionar nach Indien. Was er vor Ort erlebte, war bitterstes Elend durch unglaubliche Armut. Durch diese Eindrücke getrieben, stand im Mittelpunkt seiner Arbeit die Hilfe für Kinder aus Dörfern und Familien, die nicht in der Lage waren, sie zu ernähren und am Leben zu halten. Die Idee zur Errichtung von Boardings (Internaten) war geboren. In der Zeit von 1938 bis 1972 schuf Pater Hübner in den Regionen Indore und Kandhwa – zwischen Bombay und Delhi, also mitten in Indien – mehr als 20 Boardings, in denen bis dahin etwa 3000 Kinder ernährt, medizinisch versorgt und systematisch schulisch gebildet werden konnten.
1972 nach Deutschland zurückberufen, versuchte Pater Hübner für etwa 1000 Waisenkinder Patenschaften zu finden. Die Reaktionen in ganz Deutschland ermutigten ihn zu dem Schritt, den Patenschaftskreis Indien e.V. im Jahre 1972 als Verein zu gründen.
Der Patenschaftskreis Indien e.V. arbeitet seit dieser Zeit als private und kirchenunabhängige Organisation in Deutschland. In Indien wird die Logistik und Sicherstellung der Projektentwicklung durch zwei Bischofshäuser (Diözesen) wahrgenommen. Diese Mischung aus privatem Engagement und kirchlichem Sachverstand zur Hilfe von Not leidenden Menschen machen unsere Organisation äußerst effizient und vermeidet unnötige Administrationskosten.
Nach dem Tode von Pater Hübner im Jahre 1997 übernahmen Ralf Steuer, Lufthanseat, und seine Ehefrau Barbara die Verantwortung zur Fortführung der Ziele im Sinne von Pater Hübner. Seit 2004 gehört der Verein der HelpAlliance an.
Die Arbeit in den Boardings
Die unterschiedliche Arbeit in den 20 Boardings lässt sich so beschreiben: “In einigen Boardings wird ergänzend zu den katastrophalen staatlichen Schulen am Nachmittag Unterricht erteilt, die Kinder bekommen zu Essen. Die Kinder gehen am Abend wieder in ihre Dörfer.” Im häufigeren Fall gehen die Kinder ganzjährig in das Boarding und erhalten dort eine Schulbildung, werden ernährt und medizinisch versorgt. “Die Kinder werden neben der Schule in Ackerbau und Viehzucht unterrichtet.” Es gibt vereinzelt spezielle Schulen für schwerstbehinderte Kinder, um auch ihnen eine Lebensperspektive geben zu können.
Dabei finanziert der Patenschaftskreis neben der Ernährung, Kleidung und medizinischen Versorgung auch die Lehrkräfte für Unterricht und Ausbildung der ca. 4000 Kinder in den Boardings. Wichtig ist dem Verein auch die Integration der Kinder in die Dorfgemeinschaften nach dem Abschluss ihrer jeweiligen Ausbildung. Aus der Boardingarbeit ergeben sich immer wieder wichtige, neue Aufgaben wie zum Beispiel Bildungsinitiativen für Frauen in den Dörfern, Operationen von an Polio erkrankten Kindern durch freiwillige Ärzte aus Europa oder Straßenkinderprojekte in unterschiedlichster Form. Langfristiges Ziel ist die Erreichung finanzieller Selbständigkeit. Der Verein leistet hier die notwendige Anschubhilfe. Mit nur 15€ pro Monat kann die gesamte Versorgung eines Kindes in unseren Boardings sichergestellt werden.
Patenschaften sichern Kindern, die durch ihre Familien nicht versorgt werden können und vielfach ethnischen Minderheiten angehören, die Aufnahme in die Boardings. Dies ist oft die einzige Lebens- und Bildungsperspektive für die Kinder, um der Armut zu entfliehen.
Wenn Sie nähere Informationen zu dem Patenschaftsprogramm wünschen, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.
Projektberichte:
Die Kinder von Gleis 5 (PDF, 2MB)
Mehr Fotos aus dem Projekt gibt es bei PicasaWeb


