Prana Projekt
Pondicherry – Indien

Seit Jahren kümmert sich eine Lufthansa Mitarbeiterin in der Nähe Chennais um Waisenkinder oder besser gesagt, Kinder, die in ihren Familien nicht versorgt werden können und die ohne den Aufenthalt an einem sicheren Ort keine Aussichten auf eine schulische und berufliche Förderung hätten. Ein glücklicher Zufall führte sie nach mehreren Stationen zum Prana Projekt bei Pondicherry.
Das Prana Projekt begann kurz nach dem Tsunami und aus der ersten Soforthilfe ist über die Jahre ein erfolgreiches Projekt gewachsen. Kernstück des Projektes ist eine Förderschule für mehr als einhundert begabte, aber mittellose Kinder. Sie alle gehören unterschiedlichen Religionen und Kasten an. Im normalen Schulunterricht erkennt man sie noch durch die unterschiedliche Schulkleidung, aber im Projekt tragen alle eine einheitliche Kleidung und erleben im gemeinsamen, friedvollen Unterricht, dass die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Religionen oder Kasten keinen Grund für Feindschaften darstellen muss.
Besonders wichtig für die Kinder ist neben Sport, Malen, Tanzen und Musizieren, das Erlernen der englischen Sprache – allerdings ohne den in Indien üblichen Drill. Neben dem täglichen Förderunterricht gibt es einen gesunden Imbiss, eine warme Mahlzeit und kostenlose medizinische Versorgung.
Doch auch die Frauen der vom Tsunami betroffenen Fischer blieben nicht tatenlos. Sie werden von einer Schneidermeisterin unterrichtet und können nach ihrer Ausbildung selbst mitgebrachte Stoffe verarbeiten und zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen.
Im projekteigenen Therapiezentrum werden Kinder mit Behinderungen behandelt. Es wurden bereits gute Fortschritte erzielt, da auch die Mütter lernen, wie sie die Therapie zuhause unterstützen können. Diese Therapien genießen eine hohe Akzeptanz, da traditionelle Heilmethoden mit gezielter Physiotherapie kombiniert werden.
Seit einiger Zeit engagiert sich die HelpAlliance bei den Glückskindern, die seit 2009 im Projekt leben. In Indien herrscht die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die anderen alleine durch ihre Existenz Unglück bringen. Ein Thema, das besonders für Kinder, die am Tag des Tsunami geboren wurden, an Brisanz zugenommen hat. Dies bedeutet Ausgrenzung und Stigmatisierung für die Kinder und die Frauen, die diese Kinder geboren haben. Durch Ausbildungs- und/oder Therapieprogramme werden die Mütter in die Lage versetzt, sich selbst aus ihrer Notlage zu befreien und in einem anderen sozialen Umfeld ein neues Leben zu beginnen, sie werden zu „Glückskindern“.
Auch Sangeetha ist ein „Glückskind“. Sie wird schon seit vielen Jahren durch die HelpAlliance in Zusammenarbeit mit der Lufthanseatin gefördert. Sangeetha wohnte die letzten Jahre in einem Mädchenwohnheim in Chennai und ging dort zur Schule. Nach ihrem Schulabschluss besucht sie jetzt die Universität in Pondicherry und studiert Business and Administration. Sie lebt mit ihrer Mutter, einer ehemaligen Wanderarbeiterin, und Schwester in einer Wohnung im Prana Projekt. So haftet ihr nicht mehr das Attribut „Heimkind“ an. Schon jetzt übernimmt sie Aufgaben im Prana Projekt und macht Riesenschritte in ein selbstbestimmtes Leben.
- Videos aus dem Projekt -
Projekt-Dokumentation Teil 1/3
Projekt-Dokumentation Teil 2/3
Projekt-Dokumentation Teil 3/3
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